Was unterscheidet den Winterfrühstücksruderer vom Frühstücksruderer? Richtig! Die Zugehörigkeit zur Ice Patrol. Eine noch kleinere Schar noch kühnerer und vor allem unverfrorener Reckinnen und Recken rudert tatsächlich den gesamten Winter durch. Jedenfalls, solange die Alster eisfrei ist. Für die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe bedarf es einiger, überwiegend moralischer, Prüfungen und nicht zuletzt 10 Euro für den Erwerb des Aufnähers, den ihr im Seitenkopf sehen könnt.
Während also die Frühstücksruderer von Mitte November bis etwa Mitte März in die Winterpause gehen, rudert der Winterfrühstücksruderer bis das Eis unter dem Kiel knirscht. Falls das tatsächlich der Fall ist, geht es im Kraftraum auf die Ergometer oder auch zum gemeinsamen Joggen. Das Wetter entscheidet sich eben auch im Winter am Steg!
Eiskalt erwischt!
So ganz ungefährlich ist das Rudern im Winter allerdings nicht. Und jetzt wird es doch etwas ernst: Im Rudersport (Ausgabe Januar 2006 )
findet sich ein interessanter Artikel, der zum einen Gefahren im Zusammenhang mit dem Hineinfallen in eiskalte Gewässer schildert und zum anderen Möglichkeiten aufzeigt, sich präventiv zu schützen oder richtig zu reagieren. Der Artikel ist ein Muss für jeden Winterfrühstücksruderer!
Doch nun wieder zum Winterfrühstücksruderer, wenn er gerade nicht ins eiskalte Wasser gefallen ist:
Beim anschließenden gemeinsamen Frühstück genießt er, dass die Butter ihn über nur eine Station direkt erreicht und die Gesprächslautstärke sich um einige Dezibel vermindern kann. In der Vergangenheit war es besonders schön, aus der Eiseskälte in den kleinen, alten, von den Nachtspeicheröfen völlig überheizten, Clubraum zu kommen und dessen Weitläufigkeit genießen zu können. Heute ist es besonders schön, mehr als nur ein Glas Erdbeermarmelade als Brötchenaufstrich zu haben.
Der Frühstücksruderer kommt im Winter einmal im Monat, immer am 1. Mittwoch im Monat, um zu überprüfen, ob der Winterfrühstücksruderer wieder einmal den inneren Schweinehund überwunden hat, denn: Mitte Dezember wird es während des Ruderns gar nicht hell. Beim gemeinsamen Frühstück schwelgt man dann aber schnell wieder von lauschigen Sommermorgen oder von violett-roten Sonnenaufgängen auf der Außenalster.
Wie immer bei guten Ideen, finden sich schnell Nachahmer; eine kleine verträumte und, verglichen mit dem RVW, recht unbekannte Organisation, die U.S. Coast Guard heißt, hat offensichtlich die Wichtigkeit unserer Mission erkannt und sich diese, also die Mission, zu Nutze gemacht. Allerdings macht mich eines stutzig: Bereits 1963 haben sie einen Aufnäher zum 50jährigen Jubiläum heraus gebracht !?!
Jetziger Commander, und kann das Zufall sein ? Nein!!! CDR M.R. Hicks.



