Ruderverein Wandsbek e.V.

Feuerschiff Flensburg

Den ersten größeren Abstecher in die Ostsee unternahmen zwei Boote des Schülerrudervereins im Sommer 1960. Mit dabei waren der Riemenvierer “Penelope” und der Doppelzweier “F. Ulmer”, die Mannschaft bestand aus Manfred Claussen, Hans-Peter Colas, Günter Kansdorf, Walter Kurth, Burkhardt Völzke, Bernt Kuphal, mein Bruder Peter Ellgaard (ZDF: “Bonn direkt”) und ich. Das war im Prinzip die erfolgreiche Rennmannschaft des damaligen SRV.

Die Fahrt startete in Kiel, wohin die Boote per Bootswagen gebracht worden waren und ging dann entlang der deutschen Ostseeküste in Richtung Norden, vorbei am Feuerschiff “Flensburg” nach

Seegang

Dänemark. Die Fotos mit der “Flensburg” im Hintergrund, erregten einiges Aufsehen und Kritik im Ruderklub, da wir uns angeblich zu weit hinausgewagt hatten. Für eines der Bilder bekam ich aber später den ersten Preis im schulinternen Fotowettbewerb (das Bild mit überspültem Heck und Flagge).
Nach fünf Tagen hatten wir Sonderburg erreicht, wo wir sehr freundlich vom dortigen “Germania RV” aufgenommen wurden. Wir durften im Klubraum übernachten und deren Rennachter ausprobieren. Wir hatten zuvor noch nie in einen Rennachter gesessen, ging aber prima und in meinen Notizen von damals steht “…die Karre stand sogar…“ .

Am 18 Juli kamen wir in der Haderslebener Bucht in einen heftigen Sturm mit geschätzter Wellenhöhe von 2,5m und Schaumkronen. Beide Boote schlugen bedrohlich voll und wir konnten uns nur mit Handpumpen über Wasser halten und uns mit knapper Not ans Ufer retten. Das war dann auch der nördlichste Punkt der Fahrt.

Zurück nach Kiel ging es die selbe Strecke und dann weiter über Laboe, Heiligenhafen, Großenbrode, Dahme über die Lübecker Bucht (bei Nacht) zum Priwall. Von dort durch den Elbe-Trave-Kanal nach Hamburg, wo wir nach knapp einem Monat und 645 Ruderkilometern wohlbehalten ankamen, voll von Eindrücken und Wanderruder-Plänen fürs nächste Jahr.

Bericht und Fotos: Holger Ellgaard