Freitag, 21.8.
Die Organisation für den ersten Tag sah vor, dass von den zehn Wochenendteilnehmern acht Ruderer die Boote klar machten um anschließend über den Zotzen-, Mossen- und Vilzsee zur Schleuse Diemitz (9km) zu rudern. Rainer und Andreas fuhren mit ihren Pkws und dem gesamten Gepäck zur Marina Müritz im Hafendorf Müritz um dort unser Hausboot abzuholen.
Vom Ruderverein Blau-Weiß Mirow wurden wir freundlich empfangen und erst einmal in die Bootshalle geführt, um unsere beiden geklinkerten Gig-Vierer zu übernehmen. Der Verein verfügt über eine Vielzahl verschiedener Gig-Boote vom Jahrgang 1927 (!) bis 1988.
Die erste Etappe führte uns durch ein sehr schönes Ruderrevier zu unserem ersten Übernachtungsplatz.
Die Ankunft unseres Hausbootes verzögerte sich um Stunden, da die Übergabe nicht so schnell wie
erhofft verlief. Bei einsetzendem Dauerregen wärmten wir uns bei hausgemachter Pizza (!) und anderen
Gerichten auf dem nahe gelegenen Zeltplatz auf. Dann ging es zurück zu den Booten, wo wir zunehmend
ausgekühlter und nasser nach Stunden endlich an Bord des Hausbootes gehen konnten. Den Beginn
unserer Wandertour hatten wir uns anders vorgestellt, doch an Bord wurde es dann bei üppigem
Abendbrot recht gesellig und gemütlich.
Sonnabend, 22.8.
Kein Regen mehr, sommerliche Temperaturen, „Schleswig-Holstein Wolken“.
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Brötchen trennten sich dann die Wege der Ruderboote und des Hausbootes, da ein Teil der Tagesstrecke durch ein Naturschutzgebiet führte, das für Motorboote gesperrt ist. Das Hausboot fuhr die kurze Strecke über den Labussee nach Canow, während die Ruderer die wunderschöne Tour über den Rätzsee (mit Umtragestelle), Gobenowsee und Labussee nach Canow ruderten. Wiebke und Andreas hatten an Deck unseres Hotelschiffes schon den Tisch gedeckt und uns mit Kartoffelsalat, Würstchen, und, und …… verwöhnt.
Die zweite Tagestour führte uns gemeinsam über den Canower und Pälitzsee zur Schleuse Strasen, unserem zweiten Übernachtungsplatz (Tagesstrecke 23 km). – Vorausplanend hatte Rainer beim Schleusenrestaurant (und Hotel) „Zum Löwen“ telefonisch eine Tischreservierung für den Abend vornehmen wollen. Doch dieses Gespräch sollte fast zehn Minuten dauern, da die Chefin nicht bereit war, unsere Reservierung anzunehmen, wegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit, soll heißen, Gäste waren trotz Anmeldung nicht erschienen. Das mit dem Chef weitergeführte Gespräch verlief ebenso sperrig, obwohl (!) eine Kaution von €200 angeboten wurde, um zu zeigen, dass wir wirklich dort essen wollten und das Restaurant mit einem Verzehr von mindestens €250 rechnen könnte…. Letztendlich bekamen wir unseren Tisch, wurden von einer herzlichen Kellnerin bedient
und genossen das sehr gute Essen. – Verstanden haben wir das „geschäftsschädigende“ Handeln
der Wirtsleute nicht. --- Der Abend an Bord klang sehr harmonisch mit Gesang und Gesellschaftsspiel
aus.
Sonntag, 23.8.
An diesem Tag fuhren wir gemeinsam bei weiterhin sommerlichen Temperaturen von Strasen über Canow nach Mirow zurück, wo das Hausboot am Gastanlieger des Stadthafen Mirow festmachte und auf die Ruderer wartete. An Deck des Hausbootes verwöhnten wir uns wieder mit einem üppigen Essen und leckerem Nachtisch.
Anschließend ruderten wir den Mirower Kanal entlang, über die kleine Müritz bis zum Hafendorf Müritz, wo wir auch übernachteten (Tagesstrecke ca.32 km). Im Restaurant der Marina ließen wir den Tag ausklingen.
Montag, 24.8.
Rückgabe des Hausbootes. Es war immer noch sommerlich warm!
Vom Hafendorf Müritz aus ging es dann auf die Müritz. Der Wind kam aus Nord-West und war genau richtig für uns, da die Wellen nicht zu hoch waren und wir bis zur Boeker Mühle entlang des Müritzufers rudern konnten. An der ehemaligen Bolter Schleuse mussten die Boote mit einem Transportwagen etwa 200 m über Land transportiert werden, so dass sich an diesem Engpass Kanus und Ruderboote stauten.
Es folgte dann die schönste Strecke dieser Wochenendtour. Nachdem wir den Woterfitzsee überquert und die kaum wahrnehmbare Einfahrt in den Leppinsee gefunden hatten, wurde es schon ein wenig
spannend. Die nachfolgende Wasserrinne war so schmal, dass die Skulls lang genommen werden
mussten und nur die Notpaddel ein Vorwärtskommen ermöglichten. Der Wind drückte so gegen
die Boote,dass wir teilweise nicht manövrierfähig waren. Außerdem „störten“ die Kanus, die sich mit
uns das enge Fahrwasser teilen mussten. Weiter ging es über kleine Seen, enge Flüsse und durch
das „Seerosenparadies“ im Kotzower See bis Mirow, wo wir die Boote beim Ruderverein Blau-Weiß
wieder aus dem Wasser holten, reinigten und zurück ins Bootshaus trugen.
Zum Schluss noch ein kleiner Blick auf den geschichtsträchtigen Ort Mirow.
Mirow ist seit dem 17. Jahrhundert immer wieder als fürstlicher Wohnsitz genutzt worden. So sind im Schloss zwei regierende Herzöge bzw. Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz sowie Sophie Charlotte geboren worden, die 1761 George III von England heiratete und selber zur englischen Königin gekrönt wurde.
Nachdem wir unser Hausboot Königin Luise zurückgegeben hatten, krönten wir unsere Wandertour in der Nähe der Mirower Schlossinsel mit manch fürstlichem Eisbecher.
Piet






