So viel wollte ich eigentlich gar nicht rudern. Wirklich nicht. Nicht in Dänemark, nicht auf der Ostsee. Meistens geht es ja auch gar nicht. Dieses Mal schon: 87 KM ! An zwei Tagen auf eben dieser schönen Ostsee. Und das kam so:
Wir haben uns mit 9 Ruderinnen und Ruderern des RVW am Donnerstag am schönen kombinierten Ferien- und Bootshaus des DRH in der Nähe von Harderslev getroffen. Am Freitag stieß noch Hans dazu. Das Haus liegt ca. 200m vom Strand entfernt und die Boote werden auf einem Wagen dort hin gerollt. Ein Zweier und ein Vierer. Beides sind Riemenboote, Innenrigger, d.h. die Dolle ist auf der Bordwand und die Rollsitze sind versetzt hintereinander eingebaut. Du kannst dir also schon vorstellen,
dass die Boote etwas breiter als gewohnt sind. Falls nicht, schau dir die Photos an…
Am Freitag starteten wir zum Aarösund, der Orresund gesprochen wird, und wollten dort eigentlich die Boote liegen lassen, um sie am nächsten Tag zurück zu rudern. Da das Wetter aber prächtig war, sonnig und windstill, beschlossen wir noch um Aarö, also Orre, herum zu rudern und auch den Rückweg zu unserem Ferienbootshaus anzutreten. Das Wetter blieb herrlich, das Material beständig, nur unsere Arme und Beine wurden lang und immer länger. Und so ruderten wir schließlich insgesamt 49 KM.
Motiviert von dieser prächtigen Ausfahrt starteten wir am nächsten Tag zum 16 KM entfernten Genner, das in einer großen Bucht liegt. Schon beim Einfahren in die Bucht machten wir die Bekanntschaft mit
viel Wind; natürlich von vorn !
Nach einer willkommenen Rast traten wir den Rückweg an und der Wind wehte uns förmlich aus der Bucht hinaus. Wir nahmen Kurs auf die Insel Barsö, die wir umrundeten. Wie es so ist, wenn man letztlich im Kreis fährt, hatten wir den Wind wieder von vorn und auf dem freien Stück zwischen Festland und Barsö türmten sich mittlerweile ganz beachtliche Wellen auf. Und so machten wir uns auf, aber auch gefasst, auf anstrengende 4 KM bis zum gegenüberliegenden Festland. Nach einer wirklich harten Plackerei legten wir endlich am Festland an, um uns etwas zu recken; der Strand war windgeschützt, traumhaft ruhig und sonnig. Herrlich. Von dort war es nur noch ein kleines Stück zum Bootshaus und nur Eingeweihte wissen, warum Jürgen diese letzten KM stehend steuerte und nur Eingeweihte wissen, dass man sich bei klarer Sicht auf der Ostsee doch noch verfahren kann.
Matthias



