134,5 KM, 8 Stunden, 47 Minuten und 17 Sekunden, 32.000 Kalorien, 2,5 Liter Elektrolytgetränke, 35 Power Riegel und viele nicht näher gezählte Bananen, Äpfel, Wurst- und Käsebrote, Kohlenhydratpads waren nötig, um die vom Veranstalter als Gold-Distanz bezeichnete Strecke zu bezwingen. |
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Start ist in Hannoversch Münden und der Heimatkundler weiß, dass dort die Weser aus dem Zusammenfluss von Fulda und Werra entsteht. Es können 3 Distanzen gewählt werden: bis Beverungen (53 KM - Bronze), bis Holzminden (80 KM - Silber) und bis Hameln (135 KM - Gold). Teilnehmen können Kanus, Kajaks, Drachenboote und auch Ruderboote. Start ist offiziell ab 06:00 Uhr morgens. Um diese Zeit sind allerdings schon diverse Wassersportler auf der Strecke; die früheste uns genannte Startzeit war 4:30 Uhr. Na denn… |
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Nach einem etwas abenteuerlichen Zu-Wasser-Lassen unseres schnittigen „Seehasen“ über eine Slipanlage, die wahrscheinlich eher für römische Galeeren nach den Bauplänen unwissender Meister gebaut wurde, hieß es für uns dann gegen 06:40 Uhr „alles vorwärts“. Frank hatte das schwere Los, uns gleich zu Beginn zu steuern. Bei 8 Grad Morgenfrische und dichtem Nebel über dem Fluss steuerte er uns sicher an unzähligen Kanus vorbei und wenn gar nichts half, gellte schon mal ein Pfiff aus unserer mitgebrachten Trillerpfeife. Wir wurden allerdings bald danach mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt. |
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Der Nebel verzog sich, was blieb waren Kanus so weit das Auge reichte. Vor uns, aber glücklicherweise auch hinter uns. Sportlich fair ließ man uns passieren, so dass wir mit flottem Tempo Kilometer um Kilometer, Stunde um Stunde Richtung Ziel ruderten. Vor allem wurden wir ein ganzes Stück ruhiger nachdem wir festgestellt hatten, dass das geringe angezeigte Tempo auf unserer GPS-Uhr auf die Maßeinheit Meilen zurück zu führen war. Umzustellen war die Uhr im laufenden Betrieb leider nicht mehr. Technik, die begeistert. Na denn… |
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Ziemlich stolz waren wir, dass wir nach 4 Stunden Fahrt immer noch knapp 16 KM/Std. schafften. Schnelle Wechsel, ein ruhiger langer Schlag und vor allem eine positive und ausgelassene Stimmung brachten uns voran. Was solls, wenn bei etwa 12.000 erforderlichen Ruderschlägen mal einer daneben geht. Nach 4:13:21 hatten wir schließlich die Hälfte geschafft. Bergfest ! Das ist schon ein gutes Gefühl. Der schnelle Rechner wird bemerkt haben, dass wir nun etwas an Speed verloren. Mittlerweile wehte hinter der einen oder anderen Kurve ein kalter Wind. Und wie es jedem vom Radfahren bekannt ist, immer von vorn. Was kümmert sich so ein Wind auch um die Richtung aus der er weht ? |
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Schließlich spürt man nach über 4 Stunden die Erschöpfung auch daran, dass man bei den Wechseln mehr Getränke und Power Riegel zu sich nehmen muss. Das kostet Zeit. 3 Minuten zum Wechsel im Strom treiben bedeutete dann auch jedes Mal eine ungewollte halbe Drehung. Quer treibt es sich in der Strömung doch auch viel besser. Aber wir wollten dran bleiben. Und so steckten wir uns gedanklich immer das nächste Etappenziel. Na denn… |
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Das war dann nach der Halbzeit das Silber-Ziel bei KM 80, schließlich ein freudiger Aufschrei bei KM 100, bei KM 101 hast du nur noch ein Viertel der Strecke vor dir. Das Ende naht, nur hoffentlich nicht das eigene. Es gab nur noch vereinzelt Boote, die zu überholen waren, aber jedes Einzelne gab uns ein gutes Gefühl, da wir selbst nicht einmal auf der gesamten Strecke überholt wurden. |
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Und so setzten wir bei KM 107 zu einer letzten Aufholjagd an, die uns in die Nähe der zu Beginn gefahrenen Zeiten brachte. Nach mehr als 7 Stunden fuhren wir jetzt wieder einen Schnitt unter 4 Min/KM. Das kostete unglaublich Kraft und ich glaube, alle von uns zählten zum Schluss nicht mehr die Kilometer, sondern schon die Meter. Etwa 4 Kilometer vor dem Ziel hört dann, bestimmt als letzter kleiner Ansporn gedacht, die Strömung fast komplett auf. |
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Das liegt zweifellos an der Staustufe Hameln. Wie nett. Letztlich sind wir im Schnitt 3:55 Min/KM gefahren. Das kann sich unter den Bedingungen des Wettkampftages durchaus sehen lassen. Wir jedenfalls haben von dem Tag keine schnellere Zeit gehört und ihr könnt sicher sein, dass wir viele neugierig gefragt haben. Na denn… |
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Einen herzlichen Dank an den Veranstalter und vor allem auch an den ARV Hanseat. „Die Hanseaten“ haben sich sehr zuverlässig und kameradschaftlich um den Transport unseres Bootes gekümmert. Einen besonderen und nicht minder herzlichen Dank an Dirk vom LSV, der sich für uns als Landdienst, Fahrer, Helfer, Fotograf und Berater sogar eine blutige Nase geholt hat. Vielen herzlichen Dank ! |
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Das Team Wilhelm.Tel, bestehend aus den LSV Ruderern Ansgar Heinze und Björn Schulze-Gülich und den RVWlern Frank Maselkowski, Michael Bögle und Matthias Ritz, ist diese Strecke als Vorbereitungsregatta für den Genfer See Marathon gefahren. Daher auch einen herzlichen Dank an unseren Sponsor, die Firma Wilhelm.Tel. Und du siehst ja, wie schnell du mit bis zu 100 Mbit/s downstream sogar die Weser hinunter kommst. Na denn ! |
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