Ruderverein Wandsbek e.V.

Schöner blauer Himmel, ok manchmal auch grau und verregnet, ziemlich glattes Wasser, ab und zu kommt mal ein Boot entgegen oder wir überholen eines. So etwa hat unser Training ausgesehen. Das sollte sich am Tag der Regatta etwas anders darstellen.

Wir trafen uns bei Bier und Würstchen bei Michael Huth zuhause und verabredeten einen Trainingsplan. Dabei halfen uns die Erfahrungen aus dem letzten Jahr. Drei mal die Woche hatten wir uns verabredet, als Vorbereitung für den Rheinmarathon. Gleichzeitig wurden die Ziele fixiert, Klassensieg und eine Zeit unter zwei Stunden und zehn Minuten! Die Mannschaft war in der Besetzung bereits bewährt, Michael Huth auf Schlag, Ansgar Heinze auf der Drei, Björn Schulze-Gülich
auf Zwei und ich, Michael Schawe, der einzige Neuling auf der Eins. Für mich solllte es das erste mal
überhaupt sein, auf dem Rhein zu rudern. Aber alles was ich bis dahin gehört hatte, machte mich
neugierig und als Ansgar mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte mit zu fahren zögerte ich nicht lange.

Ob unsere Anstregungen ausreichend sein würden, um die 42,8 Rhein-Kilometer zwischen Leverkusen und Düsseldorf mit den gesteckten Zielen zu meistern, sollte sich noch zeigen.

Am Vortag der Regatta trafen wir uns und fuhren mit zwei Fahrzeugen nach Leverkusen. Nach beruhigenden 11 km Stau vor dem Elbtunnel und 7 Stunden Anreise riggerten wir bei strömendem Regen und für das Binnenland heftigen Gegenwind den Alsterkranich auf. Beste Aussichten für den nächsten Tag!

Morgens hatte ich dann einen ersten Blick auf den Schiffsverkehr, welcher mit dem auf der Alster
überhaupt nicht vergleichbar ist. Ich bekam eine vage Vorstellung davon, wofür wir Ausleger abklebten,
Abdeckungen und Wellenbrecher am Bug und vor allem die zwei Elektropumpen montierten. Die
Vorbereitung des Bootes lief Hand in Hand und wir hatten noch komfortabel Zeit bis zum Start um 10:30.
Wenn das Rennen genau so laufen würde, konnte nichts mehr schief gehen.

Es hatten sich über 180 Boote gemeldet und im Abstand von 90 Sek starteten diese. Wir hatten die Start Nr. 64. Die Bedingungen waren fürs erste recht gut. Regen hatten wir zumindest erst mal nicht und der fliegende Start lief gut. Das Wasser war deutlich unruhiger als gewohnt, jedoch sind die Wellen länger und wenn wir uns nicht so ins Zeug gelegt hätten, dann hätte ich glatt seekrank werden können. Die Kähne erscheinen vom flachen Boot aus gesehen noch gewaltiger als sie es sowieso schon sind. Bereits nach 10 Minuten passierten wir die Bug und Heckwellen eines Passagierschiffs. Bei der ersten Welle ging es hoch, bei der zweiten hob ich auf Platz Eins vom Rollsitz ab und nach der dritten Welle sollte ich eine ordentliche Dusche von vorne bekommen. Irgendwann hab ich nicht mehr mitgezählt, aber die Dusche kam noch häufiger im Rennverlauf. Auf der 13 km langen Leverkusener
Geraden hatten wir einen starken Gegenwind. Eines war schon mal klar, die Zeit von 2h 10 min aus dem
Vorjahr würden wir nicht unterbieten können. Aber das Boot lief. Herausforderung war, die Mannschaft
trotz der Wasserbedingungen auch zusammen zu halten. Was auf einem Gewässer wie dem Rhein nicht
zu unterschätzen ist, sind die Qualitäten des Steuermanns, oder in unserem Fall der Steuerfrau. Und
Celia hat einen wirklich guten Job gemacht.

Es gilt die schnellste Route durch den Schiffsverkehr zu finden, zu entscheiden ob man mehr in der Strömung bei unruhigem Wasser oder doch besser etwas mehr am Rand fährt. Wir wurden lange Zeit von einem talfahrenden Schiff begleitet. Es war nur unwesentlich langsamer als wir und gerade als wir einen Konkurenten überholt hatten waren wir gezwungen uns zurückfallen zu lassen und durch das Kielwasser des Schiffes zu fahren. Aber nur so konnten wir einen optimalen Kurs fahren. Wir überholten noch einige Boote, andererseits sahen wir nichts von hinten herankommen. Wir konnten also nicht so schlecht liegen. Die zurückgelegte Strecke kann man sehr gut an den Kilometermarken verfolgen. Ich habe es vorgezogen diese nicht zu beachten. Die letzten 5 km haben wir bei ziemlich miesen Bedingungen dann noch mal alles raus geholt, die wenigen Sekunden die über einige Plätze weiter vorn oder hinten entscheiden können. Und so war es, nach 2h und 26 min sind wir durch das Ziel gefahren. Wir lagen lange Zeit auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung. Den Gruppensieg haben wir von Anbeginn nicht mehr losgelassen. Es fehlten noch die schnellen Fünfer Ohne, die nach uns gestartet waren. Nach langem Warten und unzähligen Blicken auf die Ergebnistafeln, sind wir zum
Schluß auf Platz 9 der Gesamtwertung gelandet. Ein Ergebnis über das wir uns tierisch gefreut haben.

Die Zeiten des letzten Jahres von unter 2h 10 min hat bei den diesjährigen Bedingungen kein Boot erreichen können. Unseren Erfolg haben wir abends in der Düsseldorfer Altstatt bei reichlich Altbier und Kalorien in Form von Haxen und Sauerbraten gefeiert. Natürlich haben wir uns dabei auch schon so unsere Gedanken und Pläne für 2012 gemacht!

Vielen Dank für die geile Teamleistung, das Training beim LSV/RV Wandsbek und wir hoffen, dass unser Boot, der Alsterkranich bald wieder geheilt sein wird, nachdem es durch eine Kollision mit einem Drachenboot ziemlich in Mitleidenschaft gezogen ist.

Bericht: Michael S.